Segelbegegnungen

Du lernst, wie du Begegnungen zwischen Segelfahrzeugen entscheidest: Windseite erkennen, Backbord- und Steuerbordwind anwenden, Luv und Lee unterscheiden, den schwarzen Kegel richtig einordnen und Sonderlagen am Ufer oder im Regattafeld sauber behandeln.

Kursnavigation

Entscheidung in Reihenfolge

Bei Segelbegegnungen reicht ein einzelner Merksatz nicht. Du gehst in Reihenfolge vor: Fährt eines der Boote unter Maschinenantrieb? Kommt der Wind bei den Segelbooten von verschiedenen Seiten? Kommt der Wind von derselben Seite? Gibt es eine Uferregel oder eine besondere Situation wie ein Regattafeld?
Der wichtigste Schutz gegen Fehlentscheidungen ist diese Reihenfolge. Ein Boot mit Segeln kann durch einen schwarzen Kegel rechtlich in die Motorbootrolle rutschen. Umgekehrt entscheidet zwischen echten Segelbooten oft nur, von welcher Seite der Wind kommt.

Windseiten lesen und Ausweichmanöver ableiten

und beziehen sich immer auf das Boot selbst: ist rechts in , ist links. Wind von bedeutet, dass der Wind von der linken Seite des Bootes kommt. Wind von bedeutet, dass der Wind von der rechten Seite kommt.
Wind von Backbord weicht Wind von Steuerbord aus
Luv und Lee beschreiben keine feste Bootsseite wie rechts oder links. Die Begriffe beziehen sich immer auf den Wind. Die Luvseite ist die dem Wind zugekehrte Seite, die Leeseite ist die dem Wind abgewandte Seite.

Wenn der Wind von deiner rechten Seite kommt, ist deine rechte Seite Luv. Dreht der Wind oder ändert das Boot den Kurs, kann sich die Luvseite ändern. Deshalb darfst du Luv und Lee nie mit und gleichsetzen.
Illustration
Wenn zwei Kleinfahrzeuge unter den Wind nicht von derselben Seite haben, muss das mit Wind von dem mit Wind von ausweichen. In einer Skizze mit Boot A auf Wind von und Boot B auf Wind von ist deshalb A ausweichpflichtig.

Haben zwei Kleinfahrzeuge unter den Wind von derselben Seite, muss das luvseitige Boot dem leeseitigen Boot ausweichen. In der typischen A-B-Skizze ist deshalb B ausweichpflichtig, wenn B luvseitig liegt und A leeseitig fährt.
Warum ist das sinnvoll? Beide Boote können die Windseite am eigenen Boot erkennen. Dadurch entsteht eine klare Rollenverteilung: Ein Boot weicht aus, das andere bleibt berechenbar.

Schwarzer Kegel

Ein schwarzer Kegel mit Spitze nach unten zeigt: Dieses fährt zugleich mit Maschinenantrieb. Für die Ausweichentscheidung wird es dann nicht wie ein reines behandelt.
Trifft ein Segler mit Wind von auf eine Segelyacht mit Wind von und schwarzem Kegel, ist die Segelyacht mit Wind von ausweichpflichtig, weil sie als mit Maschinenantrieb gilt. Der schwarze Kegel überschreibt hier die normale Segelregel.
Kreuzt von kommend ein Fahrzeug unter mit schwarzem Kegel den Kurs eines Fahrzeuges mit Maschinenantrieb, ist das Fahrzeug unter mit schwarzem Kegel ausweichpflichtig. Es gilt die Regel unter Kleinfahrzeugen das Boot in weicht dem Boot in aus.
Typischer Fehler
Wenn gesetzt sind, gelten immer die Segelregeln.
Richtig gedacht
Der schwarze Kegel mit Spitze nach unten zeigt Maschinenantrieb; dadurch kann das ausweichpflichtig werden.

Ufer und Regattafeld

In Ufernähe kommt eine besondere Rücksicht dazu. Ein kreuzendes unter am Wind darf ein anderes , das sein steuerbordseitiges Ufer anhält, nicht zum Ausweichen zwingen.
Steuerbordseitiges Ufer
Das steuerbordseitige Ufer ist das Ufer auf der rechten Seite des Bootes in . Hält ein Boot dieses Ufer an, folgt es seiner rechten Uferseite.
Gerätst du als nicht teilnehmendes Segelboot in das Feld einer Segelregatta, gelten für dich die Ausweichregeln der . Die Wettsegelbestimmungen der Regatta gelten für die Teilnehmer untereinander, aber sie ersetzen für dich nicht die allgemeinen Verkehrsregeln.

Zusammenfassung

  • Wenn Kleinfahrzeuge unter den Wind nicht von derselben Seite haben, muss das mit Wind von dem mit Wind von ausweichen.
  • In einer Begegnung zwischen Boot A mit Wind von und Boot B mit Wind von ist A ausweichpflichtig.
  • Wenn Kleinfahrzeuge unter den Wind von derselben Seite haben, muss das luvseitige Boot dem leeseitigen Boot ausweichen.
  • Das leeseitige Boot kann seinen Kurs beibehalten; bei einer Reihe A, B und C ist A kurshaltepflichtig gegenüber B und C, und B ist kurshaltepflichtig gegenüber C.
  • Wenn ein Boot mit Wind von nicht klar erkennen kann, ob das luvseitige Boot Wind von hat, muss das Boot mit Wind von ausweichen.
  • Ein schwarzer Kegel mit Spitze nach unten zeigt, dass ein mit Maschinenantrieb fährt und deshalb wie ein motorisiertes ausweichpflichtig sein kann.
  • Trifft ein reines auf eine Segelyacht mit Wind von und schwarzem Kegel, ist die Segelyacht mit schwarzem Kegel ausweichpflichtig.
  • Kreuzt ein Fahrzeug unter mit schwarzem Kegel den Kurs eines Fahrzeugs mit Maschinenantrieb, ist das Fahrzeug unter mit schwarzem Kegel ausweichpflichtig.
  • Ein kreuzendes unter am Wind darf ein anderes , das sein steuerbordseitiges Ufer anhält, nicht zum Ausweichen zwingen.
  • Ein nicht teilnehmendes Segelboot im Regattafeld beachtet die Ausweichregeln der , nicht die Wettsegelbestimmungen.

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