Windlogik und Kurse zum Wind

Du lernst, Windbegriffe nach ihrem Bezugspunkt zu sortieren: Luv und Lee am Boot, wahrer Wind über Grund, scheinbarer Wind an Bord, Vorwind und Amwind als Vektorwirkung und Böen auf der Kreuz als Chance zum Höhengewinn.

Kursnavigation

Bezugspunkte sortieren

Windlogik wird klarer, wenn du zuerst den Bezugspunkt festlegst. Manchmal geht es um eine Bootsseite, manchmal um den Wind über Grund, und manchmal um den Wind, den das fahrende Boot tatsächlich an Bord spürt.
Segelboot mit Windpfeil, Luvseite und Leeseite
Luv und Lee hängen von der Windrichtung ab.
Die Luvseite ist die dem Wind zugekehrte Seite des Bootes. Sie ist nicht automatisch oder , sondern hängt von der Windrichtung ab.

Die Leeseite ist die dem Wind abgewandte Seite des Bootes. Dreht der Wind oder ändert das Boot seine Lage zum Wind, kann sich auch Lee ändern.
Segelboot mit Stander und Verklicker, die den scheinbaren Wind anzeigen
Stander und Verklicker zeigen an Bord den scheinbaren Wind.
Ein Stander ist ein kleiner Windanzeiger oder Wimpel; ein Verklicker ist ein drehbarer Windanzeiger, meist oben am Mast. Beide zeigen dir an Bord den scheinbaren Wind, also den Wind, den das fahrende Boot tatsächlich spürt.

Wahrer und scheinbarer Wind

Wahrer Wind ist der Wind über Grund. Er ist die Windrichtung, die du an festen Anzeichen wie Flaggen, Windsäcken oder Rauch an Land erkennst.
Scheinbarer Wind ist der Wind, den du auf dem fahrenden Boot spürst. Er entsteht aus wahrem Wind und Fahrtwind und ist deshalb für Trimm, Verklicker und unmittelbare Bootsreaktion entscheidend.
Prüfungsanker
Feste Zeichen an Land helfen beim wahren Wind. Stander und Verklicker am fahrenden Boot zeigen den scheinbaren Wind.

Windrichtungen in Bezug auf das Segelboot

Illustration

Vorwind verstehen

Auf fährt das Boot mit dem Wind. Der Wind über Grund kommt von achtern, und das Boot bewegt sich in dieselbe Richtung. Dadurch nimmt die Fahrt des Boots dem fühlbaren Wind einen Teil seiner Stärke.
Auf kommen wahrer Wind und scheinbarer Wind aus der gleichen Richtung. Der scheinbare Wind ist aber schwächer als der wahre Wind, weil der wahre Wind sich um den entgegenstehenden Fahrtwind vermindert.
Darum fühlt sich ein Boot auf oft ruhiger an, obwohl sich der Wind über Grund nicht geändert hat. Der wahre Wind bleibt vorhanden; das Boot fährt nur teilweise mit ihm mit.
Vorwindkurs mit wahrem Wind, Fahrtwind und schwächerem scheinbaren Wind

Amwind verstehen

Auf einem Kurs fährt das Boot dem Wind schräg entgegen. Jetzt wirken wahrer Wind und Fahrtwind nicht gegeneinander wie auf , sondern sie addieren sich für das Boot.
Auf ist der scheinbare Wind stärker als der wahre Wind, da sich auf diesem Kurs der wahre Wind und der Fahrtwind in Richtung und Stärke addieren.
Deshalb kann ein Boot auf schon sein, während ein entgegenkommendes Boot gleichen Typs auf Raumschot- oder noch ungerefft segelt. Beide haben denselben wahren Wind, aber nicht denselben scheinbaren Wind.
Kurslogik
Auf Amwindkursen ist der scheinbare Wind stärker, auf Raumschot- und Vorwindkursen schwächer als der wahre Wind. Der Kurs verändert also, wie viel Winddruck das Boot tatsächlich spürt.
Amwindkurs mit stärkerem scheinbaren Wind und Reffvergleich

Böen auf der Kreuz

Zickzackkurs auf der Kreuz nach Luv mit nicht segelbarem Bereich gegen den Wind
Auf der Kreuz gewinnst du Höhe durch Schläge schräg zum Wind.
Die Kreuz ist der Weg nach Luv, wenn du nicht direkt gegen den Wind fahren kannst. Du segelst in Schlägen schräg zum Wind und wendest immer wieder. So kommst du dem Ziel gegen den Wind näher, obwohl der direkte Weg im Wind nicht segelbar ist.
Vergleich normaler Amwindkurs und Böe mit raumendem scheinbaren Wind
In der Böe wird der wahre Wind stärker; der scheinbare Wind raumt etwas.
Eine Böe ist eine kurze Zunahme des Windes. Auf wird dabei der wahre Wind plötzlich stärker, während dein Fahrtwind im ersten Moment fast gleich bleibt. Dadurch verschiebt sich der scheinbare Wind etwas nach achtern. Man sagt: Der scheinbare Wind raumt.
Reaktion auf der Kreuz
Wenn der scheinbare Wind raumt, kannst du vorsichtig . Du drehst also etwas näher an den Wind und gewinnst mehr Höhe. Du kannst diese Chance nutzen, wenn Kurs, Verkehr und Bootskontrolle passen.
Typischer Fehler
Wenn in der Böe mehr Druck kommt, muss man auf der Kreuz automatisch abfallen.
Richtig gedacht
Richtig ist: Raumt der scheinbare Wind in der Böe, kannst du vorsichtig und dadurch Höhe gewinnen.

Zusammenfassung

  • Luv ist die dem Wind zugekehrte Seite; Lee ist die dem Wind abgewandte Seite, unabhängig von oder .
  • Den wahren Wind erkennst du während der Fahrt an Flaggen oder anderen festen Anzeichen an Land, weil diese nicht vom eigenen Fahrtwind beeinflusst werden.
  • Stander und Verklicker zeigen in Fahrt den scheinbaren Wind, also den Wind, den das fahrende Boot tatsächlich an Bord spürt.
  • Auf kommen wahrer und scheinbarer Wind aus derselben Richtung.
  • Auf ist der scheinbare Wind schwächer als der wahre Wind, weil der wahre Wind sich um den entgegenstehenden Fahrtwind vermindert.
  • Auf ist der scheinbare Wind stärker als der wahre Wind, weil sich wahrer Wind und Fahrtwind in Richtung und Stärke addieren.
  • Ein Boot auf kann sein, während ein gleiches Boot auf Raumschot- oder ungerefft bleibt, weil der scheinbare Wind je nach Kurs unterschiedlich stark ist.
  • Bei einer Bö auf raumt der scheinbare Wind, weil der wahre Wind zunimmt und der Fahrtwind zunächst gleich bleibt.
  • Auf der Kreuz kannst du einen raumenden scheinbaren Wind nutzen, indem du und dadurch weitere Höhe gewinnen kannst.

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