Segelmanöver und Notfälle

Du lernst, wie du bei Segelmanövern und Notfällen die richtige Reihenfolge findest: erst Menschen sichern, dann das Boot kontrollieren, Manöver sauber unterscheiden und bei Rigg- oder Ruderbruch Druck aus dem System nehmen.

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Wende, Halse und Q-Wende unterscheiden

, und unterscheiden sich danach, wie das Boot die Seite zum Wind wechselt. 

Bei der segelt das Boot meist auf einem und dreht zum Wind hin. Dabei zeigt der kurz direkt in den Wind. Das wechselt die Seite und damit Luv und Lee. 
Bei der segelt das Boot auf Raumwind- oder und dreht vor dem Wind auf die andere Seite. Dabei geht das durch die Windrichtung. Das und der Baum wechseln die Seite. Besonders wichtig ist, dass dieser Seitenwechsel kontrolliert passiert, weil der Baum sonst plötzlich und gefährlich überschlagen kann.
Die ist ein sicherer Umweg, um eine direkte zu vermeiden. Statt vor dem Wind zu halsen, drehst du das Boot erst zum Wind hin, machst eine und fällst danach wieder auf den neuen Vorwind- oder Raumwindkurs ab. Der Weg ist länger, aber der gefährliche Baumumschlag der wird vermieden.
Drei Panels zeigen Wende mit Bug durch den Wind, Halse mit Heck durch den Wind und Q-Wende als sicheren Umweg über eine Wende
Wende, Halse und Q-Wende unterscheiden sich daran, welcher Teil des Boots durch den Wind geht.
So liest du das Manöver im Bild:
  • geht durch den Wind ->
  • geht durch den Wind ->
  • statt direkter großer Umweg über eine ->
Kurz gesagt
: vorne durch den Wind. : hinten durch den Wind. : vermeiden durch den Umweg über eine .

Liegen an der Boje

Wenn eine Jolle an einer Boje liegen bleibt, soll sie frei mit Wind und Strömung schwojen können. Schwojen bedeutet: Das Boot dreht oder pendelt um seinen Festmacher herum.
Darum holst du und Ruderblatt auf, wenn die Jolle an einer Boje liegen gelassen wird. Beides soll nicht wie ein festes Unterwasserteil wirken, das hängen bleibt, quer belastet wird oder das freie Schwojen stört.

Menschen vor Boot

Bei einem Notfall auf der Jolle ist die erste Frage nicht: Wie rette ich das Material? Die erste Frage ist: Sind alle Menschen da, erreichbar und handlungsfähig?
Wenn eine Jolle gekentert ist und nicht wieder aufgerichtet werden kann, prüfst du zuerst die Vollständigkeit der Crew und leistest gegebenenfalls Hilfe. Danach bleibt ihr am Boot: festhalten oder, wenn möglich, aufs Boot legen und Hilfe abwarten.
Das Boot ist in dieser Lage ein großer Schwimmkörper und besser sichtbar als einzelne Menschen im Wasser. Allein ans Ufer zu schwimmen kann Kraft kosten, die Gruppe trennen und die Suche erschweren.
Bei Ruderbruch ist die Reihenfolge anders, aber die Logik ähnlich: Zuerst Steuerfähigkeit notdürftig herstellen, dann raus aus der gefährlichen Zone. Du nimmst ein Notruder oder Paddel als Ersatz, verlässt das und gibst dich als manövrierunfähig zu erkennen.

Riggschaden reagieren

Reaktion auf Luvwantbruch und Vorstagbruch
Das Rigg ist das Tragewerk für Mast und . Wanten halten den Mast seitlich; das Luvwant ist das Want auf der Windseite und steht am Wind besonders unter Last. Das Vorstag läuft vom Mast nach vorne zum und verhindert, dass der Mast nach hinten kippt.

Die Fock ist das vordere vor dem Mast; sie sitzt in dem Bereich, in dem sonst auch das Vorstag nach vorne trägt. Ein Fall ist eine Leine, mit der ein hochgezogen und unter Zug gehalten werden kann.
Bei Riggschäden ist deshalb die Kernfrage: Welches tragende Teil ist beschädigt und wie bekommst du Druck aus genau diesem Bereich? Ein Luvwantbruch und ein Vorstagbruch brauchen unterschiedliche Sofortmaßnahmen.
Bricht auf einem das Luvwant, ist eine sinnvoll. Dadurch wechselst du die belastete Seite und nimmst Last von der beschädigten Luvseite.
Bricht bei starkem Wind auf das Vorstag, ist die Sofortmaßnahme: abfallen auf . So nimmst du Druck aus dem Rigg, statt den Mast weiter nach hinten und gegen das beschädigte Vorstag zu belasten.
Wenn es heißt, ein gebrochenes Vorstag kann schnell provisorisch durch die Fock oder ein Fall ersetzt werden, ist keine echte Reparatur gemeint. Die Fock oder ein stramm gesetztes Fall schafft nur vorübergehend wieder Zug nach vorne, bis Druck aus dem Rigg ist und das Boot gesichert werden kann.

Zusammenfassung

  • Wenn eine gekenterte Jolle nicht wieder aufgerichtet werden kann, prüfst du zuerst die Vollständigkeit der Crew, leistest gegebenenfalls Hilfe, hältst dich am Boot fest oder legst dich darauf und wartest Hilfe ab.
  • Bei Ruderbruch auf einer Jolle nimmst du Notruder oder Paddel als Ersatz, verlässt das und gibst dich als manövrierunfähig zu erkennen.
  • Die Manöverfolge auf dem Kurs lautet: 1 , 2 , 3 .
  • Bei der geht der durch den Wind; bei der geht das durch den Wind; die vermeidet eine direkte durch einen sichereren Umweg.
  • Wenn eine Jolle an einer Boje liegen bleibt, holst du und Ruderblatt auf, damit das Boot frei schwojen kann.
  • Eine Patenthalse ist eine unbeabsichtigte oder unkontrollierte ; sie ist gefährlich, weil der Baum schlagartig überschlagen und Crew, Rigg oder Boot beschädigen kann.
  • Das Luvwant ist das Want auf der Windseite; bricht es auf , ist eine sinnvoll, um die Last von der beschädigten Seite zu nehmen.
  • Das Vorstag läuft vom Mast nach vorne zum ; bricht es bei starkem Wind auf , fällst du sofort auf ab, um Druck aus dem Rigg zu nehmen.
  • Die Fock ist das vordere und ein Fall ist eine Leine zum Hochziehen und Spannen eines Segels; beide können ein gebrochenes Vorstag nur provisorisch als Zug nach vorne ersetzen.

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