Sog und Wellenschlag beim Passieren

Du lernst, warum große Fahrzeuge kleine Boote beim Passieren gefährden können, wie du in engen Fahrwassern begegnest und überholst, und wo du Geschwindigkeit reduzierst, um Sog und Wellenschlag zu vermeiden.

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Kräfte beim Passieren

Wenn ein großes Fahrzeug fährt, bewegt es nicht nur sich selbst. Es verdrängt Wasser, schiebt eine Bugwelle vor sich her, erzeugt hinter sich Heckwellen und zieht seitlich Wasser nach. Für ein kleines Boot kann diese Wasserbewegung stärker wirken als der eigene Steuerimpuls.
Sog
Sog ist die seitliche oder rückwärtige Wasserbewegung, die ein fahrendes großes Fahrzeug erzeugt. Ein kleines Boot kann dadurch zum großen Fahrzeug hingezogen oder aus seinem Kurs gedrückt werden.
Deshalb soll ein kleines Fahrzeug nicht dicht an ein großes in Fahrt befindliches Fahrzeug heranfahren. Es kann durch dessen - oder Heckwelle kentern oder durch den Sog mit dem Fahrzeug kollidieren.
Die Gefahr ist nicht nur theoretisch. Je näher du am großen Fahrzeug bist, desto weniger Zeit bleibt zum Reagieren. Gleichzeitig arbeitet dein Ruder in unruhigem Wasser schlechter, und dein Boot kann seitlich versetzt werden, obwohl du geradeaus steuern willst.
Sog und Bug- oder Heckwelle eines großen Fahrzeugs gefährden ein kleines Boot

Enges Fahrwasser

In einem engen ist wenig Platz für Fehler. Wenn du anderen Fahrzeugen begegnest, setzt du die Geschwindigkeit herab und hältst ausreichenden Passierabstand.
Langsamer fahren hilft doppelt: Die Wellen werden kleiner, und du hast mehr Zeit, den Abstand zu halten. Ausreichender Passierabstand bedeutet nicht nur seitlich nicht anzustoßen, sondern auch genug Raum für Wellen, Sog und kleine Kursabweichungen zu lassen.
Wenn du dich in einem engen Gewässer am Ufer festgemachten Fahrzeugen näherst, verringerst du die Geschwindigkeit, um schädlichen Sog und zu vermeiden. Festgemachte Boote können nicht ausweichen; sie werden durch deine Wellen an Leinen, Steg oder Ufer belastet.

Überholen

Beim Überholen liegt die kritische Phase länger an als bei einer kurzen Begegnung. Das überholende Fahrzeug fährt eine Zeit lang neben dem anderen Fahrzeug; genau dort wirken Sog, Schwell und Druckunterschiede besonders störend.
Wenn ein kleines Fahrzeug von einem größeren überholt wird, kann das kleinere Fahrzeug durch Stau, Sog oder Schwell aus dem Kurs laufen und kollidieren oder querschlagen. In flachen Gewässern kann es zusätzlich auf Grund laufen.
Querschlagen bedeutet: Das Boot wird durch Wasserkräfte quer zur gedreht. Dann liegt es nicht mehr sauber im Kurs, sondern wird seitlich gestellt und ist schwerer kontrollierbar.
Ein Überholmanöver führst du zügig, aber nicht rücksichtslos durch. Du behinderst die beteiligten Fahrzeuge nicht, beachtest die Verkehrslage und eventuelle Schallzeichen, und hältst ausreichend Abstand.
Typischer Fehler
Zügig überholen heißt möglichst stark beschleunigen und dicht vorbeiziehen.
Richtig gedacht
Zügig heißt ohne unnötig lange Parallelfahrt; Abstand, Verkehrslage und Schallzeichen bleiben entscheidend.

Geschwindigkeit vermindern

Sog und sind besonders kritisch, wenn andere Fahrzeuge oder Anlagen nicht frei reagieren können. Dann ist Geschwindigkeit vermindern die wichtigste Maßnahme.
Du verminderst die Geschwindigkeit vor Hafeneinmündungen, an Lade-, Lösch- und Liegeplätzen, in der Nähe nicht frei fahrender Fähren, auf gekennzeichneten Strecken und in der Nähe schwimmender Geräte bei der Arbeit.
Die gemeinsame Logik ist immer dieselbe: Dort befinden sich Fahrzeuge, Menschen oder Anlagen in einer empfindlichen Lage. Weniger Geschwindigkeit bedeutet weniger Welle, weniger Sog und mehr Zeit, falls etwas Unerwartetes passiert.
Gleitfahrt ist keine Lösung gegen . Gerade der Versuch, schnell an einer empfindlichen Stelle vorbeizukommen, kann Wellen und Sog verstärken. Richtig ist die bewusste Verringerung der Geschwindigkeit.

Zusammenfassung

  • Ein kleines Fahrzeug soll nicht dicht an ein großes fahrendes Fahrzeug heranfahren, weil es durch - oder Heckwelle kentern oder durch Sog mit dem großen Fahrzeug kollidieren kann.
  • Sog ist Wasserbewegung durch ein fahrendes größeres Fahrzeug; sie kann ein kleines Boot zum großen Fahrzeug ziehen oder aus dem Kurs drücken.
  • Beim Begegnen in einem engen setzt du die Geschwindigkeit herab und hältst ausreichenden Passierabstand.
  • Näherst du dich in einem engen Gewässer festgemachten Fahrzeugen am Ufer, verringerst du die Geschwindigkeit, um schädlichen Sog und zu vermeiden.
  • Wenn ein kleines Fahrzeug von einem größeren überholt wird, kann es durch Stau, Sog oder Schwell aus dem Kurs laufen, kollidieren, querschlagen oder in flachem Wasser auf Grund laufen.
  • Ein Überholmanöver wird zügig, mit ausreichendem Abstand, ohne Behinderung anderer Fahrzeuge und unter Beachtung von Verkehrslage und Schallzeichen durchgeführt.
  • Die Geschwindigkeit ist unter anderem vor Hafeneinmündungen, an Lade-, Lösch- und Liegeplätzen, bei nicht frei fahrenden Fähren, auf gekennzeichneten Strecken und bei schwimmenden Geräten bei der Arbeit zu vermindern.
  • Weniger Geschwindigkeit bedeutet weniger Welle, weniger Sog und mehr Reaktionszeit.

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