Ausguck, AIS und sichere Geschwindigkeit

Du lernst, wie Ausguck, sichere Geschwindigkeit, Peilung, verminderte Sicht und AIS zusammenwirken, damit Kollisionsgefahr früh erkannt und vermieden wird.

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Sorgfalt vor und während der Fahrt

seemännische Sorgfaltspflicht
Seemännische Sorgfaltspflicht bedeutet, über die Verkehrsvorschriften hinaus die Vorsichtsmaßregeln zu beachten, die Seemannsbrauch oder besondere Umstände des Falles erfordern.
Vor Fahrtantritt schützt der die Personen an Bord, indem er Besatzung und Gäste über Sicherheitsvorkehrungen unterrichtet, in Rettungs- und Feuerlöschmittel einweist, Maßnahmen gegen Überbordfallen erklärt und darauf hinweist, dass ständig angelegte Rettungswesten die Überlebenschancen im Wasser erhöhen.
Während der Fahrt bedeutet Sorgfalt vor allem: nicht nur eine Regel auswendig kennen, sondern das reale Risiko erkennen. Dazu gehören Ausguck, passende Geschwindigkeit, Navigationshilfen und bei verminderter Sicht zusätzliche Vorsicht.

Sichere Geschwindigkeit und Sicht

sichere Geschwindigkeit
Sichere Geschwindigkeit bedeutet: Die Geschwindigkeit ist Verkehrslage, Sicht- und Witterungsverhältnissen angepasst, und das Fahrzeug kann jederzeit aufgestoppt werden.
Sichere Geschwindigkeit mit Sichtweite und Anhalteweg.
Bei verminderter Sicht musst du mit sicherer, den Sichtverhältnissen angepasster Geschwindigkeit fahren, Schallsignale geben, Positionslichter einschalten und gehörig Ausguck gehen. Diese Maßnahmen gehören zusammen, weil andere Fahrzeuge später sichtbar werden und du früher hörbar und erkennbar sein musst.
Wenn dein Fahrzeug im bei verminderter Sicht keine technische Ausrüstung zur Ortung anderer Fahrzeuge hat, verlässt du das und suchst wenn möglich ein Flachwassergebiet auf und ankerst. Wenn das nicht möglich ist, hältst du dich im äußerst rechts.

Kollisionsgefahr erkennen

in Sicht befindlich
Fahrzeuge sind in Sicht befindlich, wenn jedes Fahrzeug vom anderen optisch wahrgenommen werden kann.
Kollisionsgefahr durch gleichbleibende Peilung bei kleiner werdendem Abstand.
Die Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes erkennst du daran, dass sich der Abstand zum anderen Fahrzeug verringert und sich die nicht oder nicht merklich ändert. Eine gleichbleibende bei kleiner werdendem Abstand ist ein Warnzeichen.
Praktisch heißt das: Du schaust nicht nur, ob ein anderes Fahrzeug irgendwo voraus ist. Du beobachtest wiederholt seine Richtung relativ zu dir. Bleibt diese Richtung stehen und kommt das Fahrzeug näher, musst du handeln.

AIS und technische Hilfen

AIS
Das Automatische Identifikationssystem dient primär der Kollisionsverhütung. Über AIS können statische und dynamische Schiffsdaten sowie reisebezogene Daten ausgetauscht werden.
AIS ergänzt den Ausguck, ersetzt ihn aber nicht. Bei verminderter Sicht gehören neben den KVR-Maßnahmen insbesondere der sorgfältige Gebrauch aller Navigationsanlagen, eine bessere Sichtbarkeit des eigenen Fahrzeugs, etwa durch Radarreflektor oder AIS, und in Revieren mit Landradarberatung das Mithören der Radarberatung über UKW-Sprechfunk dazu.
Der rote Faden ist immer derselbe: Je schlechter Sicht und Ortung sind, desto defensiver muss die Fahrweise werden. Technik ist eine Hilfe zur Kollisionsverhütung, aber keine Freigabe für unverändertes Tempo.

Zusammenfassung

  • Seemännische Sorgfaltspflicht verlangt Vorsichtsmaßnahmen über die Verkehrsvorschriften hinaus, wenn Seemannsbrauch oder besondere Umstände es erfordern.
  • Vor Fahrtantritt werden Personen an Bord über Sicherheitsvorkehrungen, Rettungs- und Feuerlöschmittel, Schutz gegen Überbordfallen und den Nutzen angelegter Rettungswesten unterrichtet.
  • Sichere Geschwindigkeit ist der Lage, Sicht und Witterung angepasst und erlaubt jederzeitiges Aufstoppen.
  • Bei verminderter Sicht werden sichere Geschwindigkeit gefahren, Schallsignale gegeben, Positionslichter eingeschaltet und gehörig Ausguck gegangen.
  • Ohne technische Ortung bei verminderter Sicht wird das verlassen und möglichst im Flachwasser geankert; wenn das nicht möglich ist, wird äußerst rechts gehalten.
  • Fahrzeuge sind in Sicht befindlich, wenn jedes Fahrzeug vom anderen optisch wahrgenommen werden kann.
  • Kollisionsgefahr besteht, wenn der Abstand kleiner wird und sich die nicht oder nicht merklich ändert.
  • AIS dient primär der Kollisionsverhütung und kann statische, dynamische und reisebezogene Schiffsdaten austauschen.
  • Bei verminderter Sicht werden Navigationsanlagen sorgfältig genutzt, die Sichtbarkeit erhöht und in Revieren mit Landradarberatung die Radarberatung über UKW mitgehört.

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