Bordgefahren und Sicherheitsausrüstung

Du lernst die wichtigsten Sofortmaßnahmen gegen Brand-, Gas-, Kraftstoff- und Wassereintrittsrisiken sowie die Wartungslogik für Rettungsmittel und Feuerlöscher.

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Kraftstoff, Öl und Tanken

Kraftstoff und Öl sind an Bord doppelt kritisch: Diese Stoffe können brennen, und sie verschmutzen das Wasser. Wenn Treibstoff oder Öl in die gelangt, lautet die richtige Maßnahme: Mit Lappen aufnehmen und umweltgerecht entsorgen. Es gehört nicht mit Bilgewasser nach .
Bilge
Die ist der tiefste Innenbereich des Bootsrumpfs, in dem sich Wasser, Öl oder Kraftstoff sammeln können. Genau deshalb ist sie bei Leckagen und Verschmutzungen ein Warnbereich.
Tanken ohne Zündquelle und ohne Überlaufen.
Beim Tanken geht es darum, Zündquellen und Überlaufen zu verhindern: Motor abstellen, keine elektrischen Schalter betätigen, Vorbereitung gegen das Überlaufen von Kraftstoff treffen und kein offenes Feuer. Elektrische Schalter sind gefährlich, weil schon ein kleiner Funke Kraftstoffdämpfe entzünden kann.

In der Praxis heißt das: Vor dem Zapfen wird vorbereitet, nicht improvisiert. Lappen, Auffangmöglichkeit und klare Ruhe an Bord sind besser als hektisches Reagieren, wenn Kraftstoff schon überläuft.

Boot länger verlassen

Beim längeren Verlassen Seeventile schließen und Hauptschalter ausschalten.
Wenn du das Fahrzeug länger verlässt, schließt du alle Seeventile und schaltest den Hauptschalter des Bordnetzes aus. Damit senkst du zwei typische Risiken: Wassereintritt über offene Durchführungen und elektrische Verbraucher oder Fehler im Bordnetz.
Seeventil
Ein Seeventil ist ein absperrbarer Durchlass durch den Rumpf, etwa für Kühlwasser oder andere Leitungen. Bleibt es offen, kann ein Defekt dahinter zum Wassereintritt führen.
Der Hauptschalter trennt das Bordnetz. Das schützt die Batterie vor Entladung und reduziert das Risiko, dass ein unbeobachteter elektrischer Fehler Wärme oder Brand verursacht.

Flüssiggas sicher behandeln

Gasflasche an Deck oder in Gaskasten mit Bodenöffnung.
Gasbehälter einer Flüssiggasanlage sollen möglichst an Deck und geschützt vor Sonneneinstrahlung gelagert werden. Wenn das nicht möglich ist, gehören sie in einen besonders abgeschlossenen Raum für Gasbehälter, der in Bodenhöhe eine Öffnung nach hat.

Der Grund ist die Eigenschaft von Propan und Butan: Beide Gase sind schwerer als Luft und bilden mit Luft ein explosives Gemisch. Das Gas sammelt sich also unten im Boot, statt einfach nach oben zu entweichen.

Wenn Flüssiggas in das Innere des Bootes gelangt, sperrst du die Gaszuführung ab und sorgst für Lüftung. Zusätzlich betätigst du keine elektrischen Schalter und benutzt weder Funk noch Mobiltelefon, weil Funken oder elektrische Vorgänge das Gemisch entzünden können.
Typischer Fehler
„Bei Gasgeruch schnell Licht anschalten und mit dem Handy Hilfe rufen.“
Richtig gedacht
Keine elektrischen Schalter betätigen, keinen Funk und kein Mobiltelefon benutzen, Gaszuführung absperren und lüften.

Gasanlage bedienen

Vor Inbetriebnahme einer Flüssiggasanlage muss die Anlage abgenommen sein, Leitungen und Anschlüsse müssen dicht sein, und Haupthahn sowie andere Absperrventile sind zu öffnen. Die Reihenfolge schützt dich davor, eine ungeprüfte oder undichte Anlage einfach zu benutzen.
Wenn die Flüssiggasanlage außer Betrieb gesetzt wird, sind Haupthahn und Absperrventile zu schließen. Du nimmst der Anlage damit die Gaszufuhr, statt dich darauf zu verlassen, dass ein Verbraucher dicht bleibt.
Ein gutes mentales Modell ist: Vor dem Betrieb erst Zulassung und Dichtheit, dann öffnen. Nach dem Betrieb erst absperren, dann ist die Anlage wirklich außer Betrieb.

Rettungsmittel und Feuerlöscher

Aufblasbare Rettungsmittel müssen entsprechend der Herstellerangabe, mindestens aber alle 2 Jahre, gewartet werden. Bei aufblasbaren Systemen ist die Wartung wichtig, weil Patrone, Auslöser, Dichtigkeit und Material altern können.
Für Sportboote sind ABC-Pulverlöscher und Schaumlöscher zweckmäßig. Feuerlöscher müssen mindestens alle 2 Jahre überprüft werden, damit Druck, Löschmittel und Funktionsfähigkeit nicht erst im Brandfall auffallen.
Bei der Brandbekämpfung verhinderst du die Luftzufuhr, setzt den Feuerlöscher erst am Brandherd ein und bekämpfst das Feuer möglichst von unten. So erreicht das Löschmittel die Entstehungszone des Feuers, statt nur Flammen oberhalb zu treffen.

Ablauf im Ernstfall

Viele Bordgefahren folgen derselben Logik: zuerst die Gefahr nicht vergrößern, dann die Quelle stoppen, dann sicher beseitigen. Bei Kraftstoff heißt das keine Zündquelle und Überlaufen verhindern; bei Gas heißt das absperren, lüften und keine Elektrik; bei Feuer heißt das Luftzufuhr verringern und am Brandherd löschen.
Beispielsweise riechst du Gas unter Deck. Die falsche Reaktion wäre, erst das Licht einzuschalten und zu suchen. Die sichere Reaktion ist: Gaszuführung absperren, lüften, keine elektrischen Schalter, kein Funk und kein Mobiltelefon im Gefahrenbereich.

Zusammenfassung

  • Treibstoff oder Öl in der wird mit Lappen aufgenommen und umweltgerecht entsorgt.
  • Beim Tanken werden Motor abgestellt, elektrische Schalter nicht betätigt, Überlaufen vorbereitet verhindert und offenes Feuer vermieden.
  • Beim längeren Verlassen des Fahrzeugs werden alle Seeventile geschlossen und der Hauptschalter des Bordnetzes ausgeschaltet.
  • Gasbehälter werden möglichst an Deck geschützt vor Sonne gelagert oder in einem abgeschlossenen Gasraum mit Öffnung nach in Bodenhöhe.
  • Propan und Butan sind gefährlich, weil sie schwerer als Luft sind und mit Luft ein explosives Gemisch bilden.
  • Wenn Flüssiggas in das Bootsinnere gelangt, wird die Gaszuführung abgesperrt, gelüftet, kein elektrischer Schalter betätigt und weder Funk noch Mobiltelefon benutzt.
  • Vor Betrieb einer Flüssiggasanlage müssen Anlage abgenommen, Leitungen und Anschlüsse dicht sowie Haupthahn und Absperrventile geöffnet sein.
  • Außer Betrieb wird eine Flüssiggasanlage durch Schließen von Haupthahn und Absperrventilen gesetzt.
  • Aufblasbare Rettungsmittel und Feuerlöscher werden nach Herstellerangabe beziehungsweise mindestens alle 2 Jahre gewartet oder überprüft.
  • Zweckmäßige Feuerlöscher für Sportboote sind ABC-Pulver- und Schaumlöscher.
  • Beim Löschen wird die Luftzufuhr verhindert, am Brandherd angesetzt und möglichst von unten gelöscht.

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