Kurshalten bei Kollisionsgefahr

Du lernst die Rollen bei Kollisionsgefahr, den Sinn des Kurshaltens und den Moment, in dem der Kurshalter selbst eingreifen muss.

Kursnavigation

Rollen klar halten

In einer Begegnung mit Kollisionsgefahr haben die Fahrzeuge unterschiedliche Rollen. Der Ausweichpflichtige muss sein frühzeitig, durchgreifend und klar erkennbar durchführen. Der Kurshaltepflichtige hält zunächst Kurs und Geschwindigkeit bei und widmet dem ausweichpflichtigen Fahrzeug besondere Aufmerksamkeit.
Diese Rollen verhindern Chaos. Wenn beide Fahrzeuge gleichzeitig kleine, unklare Kursänderungen machen, kann jedes Manöver des einen die Einschätzung des anderen wieder zerstören. Der Kurshalter bleibt deshalb berechenbar, damit der Ausweichpflichtige eine stabile Lage sieht und sein Manöver sauber planen kann.
Kurshalten bedeutet aber nicht passiv wegzuschauen. Du beobachtest, ob das andere Fahrzeug wirklich ausweicht: Ändert sich seine deutlich? Wird der Abstand größer? Ist sein Manöver groß genug, dass du es sofort erkennst? Wenn die Antwort nein lautet, näherst du dich der Grenze zum Manöver des letzten Augenblicks.
Warum frühzeitig und klar erkennbar?
Ein spätes oder kaum sichtbares Ausweichen hilft dem Kurshalter nicht. Frühzeitig gibt Zeit, durchgreifend schafft Abstand, klar erkennbar nimmt dem anderen die Unsicherheit.

Manöver des letzten Augenblicks

Manöver des letzten Augenblicks
Das Manöver des letzten Augenblicks ist das des Kurshalters, wenn die normale Rollenverteilung nicht mehr reicht.
Es muss durchgeführt werden, wenn ein Zusammenstoß durch Manöver des Ausweichpflichtigen allein nicht mehr vermieden werden kann. Der Ausweichpflichtige ist also weiterhin derjenige, der die Situation eigentlich lösen müsste; der Kurshalter greift erst ein, weil Abwarten nun gefährlicher wäre als eigenes Handeln.

Wenn der andere nicht ausweicht

Wenn du als Kurshalter feststellst, dass das andere Fahrzeug seiner Ausweichpflicht nicht nachkommt und unmittelbare Kollisionsgefahr bevorsteht, gibst du mindestens fünf kurze Töne mit der Pfeife ab und führst das Manöver des letzten Augenblicks durch. Fünf kurze Töne sind hier das Warnsignal: Ich bin unsicher über deine Absicht oder sehe Gefahr.
Dabei manövrierst du so, wie es zur Vermeidung eines Zusammenstoßes am dienlichsten ist. Es geht also nicht mehr um ein starres Schema, sondern um die wirksamste Vermeidung der Kollision: Abstand schaffen, Fahrt herausnehmen oder einen klaren Ausweichkurs wählen, je nachdem, was in der konkreten Lage am sichersten ist.
Fünf kurze Töne und Manöver des letzten Augenblicks.
Ein typischer Ablauf ist: Zuerst hältst du Kurs und Geschwindigkeit, weil du Kurshalter bist. Dann merkst du, dass das andere Fahrzeug nicht ausreichend reagiert. Erst wenn durch dessen Manöver allein kein sicherer Ausgang mehr zu erwarten ist, wechselst du vom beobachtenden Kurshalten zum aktiven Notmanöver.
Typischer Fehler
„Der Kurshalter darf bis zuletzt nichts tun.“
Richtig gedacht
Zunächst hält er Kurs und Geschwindigkeit. Wenn ein Zusammenstoß durch den Ausweichpflichtigen allein nicht mehr vermeidbar ist, muss der Kurshalter selbst handeln.

Zusammenfassung

  • Der Ausweichpflichtige muss frühzeitig, durchgreifend und klar erkennbar ausweichen.
  • Der Kurshaltepflichtige behält zunächst Kurs und Geschwindigkeit bei und beobachtet den Ausweichpflichtigen besonders aufmerksam.
  • Das Manöver des letzten Augenblicks ist das des Kurshalters.
  • Das Manöver des letzten Augenblicks ist durchzuführen, wenn ein Zusammenstoß durch das Manöver des Ausweichpflichtigen allein nicht mehr vermieden werden kann.
  • Wenn der Ausweichpflichtige nicht handelt und unmittelbare Kollisionsgefahr bevorsteht, gibt der Kurshalter mindestens fünf kurze Töne und manövriert zur bestmöglichen Kollisionsvermeidung.

Lernkarten

0 von 3 Fragen gewusst

Gehe durch die Lernkarten und markiere ehrlich, was du schon konntest und was noch nicht saß.

Lektionsquiz

0 von 5 Fragen richtig

Beantworte echte Prüfungsfragen, die dieser Lektion zugeordnet sind.