Luftdruck und Windstärke

Du verstehst die Wetterbausteine und liest Beaufort, Wetterzeichen, Isobaren und fallenden Luftdruck praktisch aus.

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Drei Wetterbausteine

Wetter auf See entsteht aus wenigen Grundgrößen, die zusammenwirken. Luftdruckunterschiede setzen Luft in Bewegung und erzeugen Wind. Luftfeuchtigkeit liefert den Wasserdampf für Wolken und Niederschlag. Temperatur bestimmt unter anderem, wie viel Feuchtigkeit Luft aufnehmen kann und wie stabil oder labil eine Luftmasse wird.
Luftdruckänderung, Luftfeuchtigkeit und Temperatur
Diese drei Größen sind die Hauptfaktoren für Wettergeschehen, Wind und Niederschläge. Sonneneinstrahlung, Jahreszeit, Tageszeit oder Höhenlage können Wetter beeinflussen, ersetzen diese Grundkombination aber nicht.
Konkretes Bild
Fällt der Luftdruck, feuchte Luft wird herangeführt und Temperaturunterschiede verstärken die Bewegung, wird aus einer ruhigen Lage schnell eine Wetterlage mit Wind und Niederschlag.

Wetterzeichen lesen

Offizielles Wetterzeichen mit Wind aus Nordwest, Beaufort 3 und wolkenlosem Himmel.
Ein Wetterkartensymbol kann mehrere Informationen gleichzeitig tragen: Windrichtung, Windstärke und Himmelszustand. Wichtig ist die meteorologische Sprache: Wind wird danach benannt, woher er kommt, nicht wohin er weht.
  • Richtung zuerst lesen: Bei Wetterangaben kommt Wind aus der genannten Richtung.
  • Stärke danach lesen: Bft. 3 ist Beaufort 3, nicht drei Knoten Strom.
  • Himmelszustand mitlesen: Der klare Kreis steht hier für wolkenlos.
Typischer Fehler
Wind in Richtung Nordwest lesen oder das Wettersymbol mit Strom und Knoten verwechseln.
Richtig gedacht
Wind aus Nordwest lesen. Die Stärke steht in Beaufort, und der Kreis beschreibt den Himmelszustand.

Beaufort auf See

Die Beaufort-Skala ist eine Beobachtungsskala für Wind. Sie übersetzt Windstärke in typische Auswirkungen auf die See: Je höher der Beaufort-Wert, desto deutlicher verändern sich Wasseroberfläche, Wellenbild und Gischt.
Beaufort-Skala als zunehmendes Wellenbild auf See.
Nicht Küste, nicht Tide
Wenn nach Beaufort gefragt wird, geht es um Windstärken von 0 bis 12 und ihre Auswirkungen auf die See. Tidenhub, Vollmond, Neumond oder einzelne Sturmwerte gehören nicht zu dieser Grunddefinition.
  • Bft 0: Stille. Spiegelglatte See, keine Wellen.
  • Bft 1-2: Leiser Zug bis leichte Brise. Kräuselwellen und kleine kurze Wellen, noch ohne brechende Kämme.
  • Bft 3-4: Schwacher bis mäßiger Wind. Wellenkämme beginnen zu brechen; erste weiße Schaumköpfe, später häufiger.
  • Bft 5-6: Frischer bis starker Wind. Mäßige bis größere Wellen, viele Schaumköpfe, zunehmend ausgedehnte weiße Schaumflächen.
  • Bft 7-8: Steifer bis stürmischer Wind. See türmt sich auf; Schaum wird in Streifen in Windrichtung geweht.
  • Bft 9-10: Sturm bis schwerer Sturm. Hohe bis sehr hohe Wellen, überbrechende Kämme, viel Gischt; Sicht kann eingeschränkt sein.
  • Bft 11-12: Orkanartiger Sturm bis Orkan. Außergewöhnlich hohe See; Wasseroberfläche weitgehend weiß von Schaum und Gischt, Sicht stark vermindert.

Isobaren und Hektopascal

Isobaren verbinden Orte gleichen Luftdrucks in Hektopascal.
Auf Wetterkarten verbinden Isobaren Orte gleichen Luftdrucks. Du liest sie wie Höhenlinien, nur für Druck statt Höhe: Auf derselben Isobare gilt derselbe Luftdruckwert. Der Luftdruck wird in Hektopascal angegeben.
Isobaren
Linien in der Wetterkarte, die Orte gleichen Luftdrucks verbinden. Sie stehen nicht für gleiche Windstärke, gleiche Wolkenbildung oder gleiche Luftfeuchtigkeit.
Hektopascal (hPa)
Die übliche Maßeinheit, in der der Luftdruck in der Wetterkarte angegeben wird.

Fallender Luftdruck als Warnsignal

Rasch fallender Luftdruck ist auf See ein Warnzeichen. Dann rechnest du nicht mit Wetterbesserung, Schwachwind oder Windstille, sondern mit Starkwind oder Sturm.
Praktische Folge
Wenn der Druck schnell fällt, planst du konservativer: Wetterbericht prüfen, Reff- oder Schutzentscheidung vorbereiten und die weitere Fahrt nicht auf ruhige Bedingungen auslegen.

Zusammenfassung

  • Für Wettergeschehen, Wind und Niederschläge sind vor allem Luftdruckänderung, Luftfeuchtigkeit und Temperatur ausschlaggebend.
  • Wind wird nach der Richtung benannt, aus der er kommt; ein Wetterzeichen mit Wind aus Nordwest beschreibt also Herkunftsrichtung, nicht Zielrichtung.
  • Bft. 3 bedeutet Beaufort 3; die Beaufort-Skala liefert Windstärken von 0 bis 12 und die Auswirkungen auf die See.
  • Der klare Stationskreis im Wetterzeichen steht für wolkenlosen Himmel.
  • Isobaren verbinden auf der Wetterkarte Orte gleichen Luftdrucks.
  • Luftdruck wird in Hektopascal angegeben.
  • Bei rasch fallendem Luftdruck musst du mit Starkwind oder Sturm rechnen.

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